Ohrenblick 2009: Nah dran!

Ohrenblick 2009 Nah dranOhrenblick mal! - Nah dran

Der Handyclip-Wettbewerb fand 2009 schon zum 5. Mal statt und es wurden so viele Clips wie noch nie zuvor eingereicht. 128 Clips standen auf dem Prüfstand - rekordverdächtig!

Was ist Ohrenblick mal! eigentlich? Kann ich daran teilnehmen und was muss ich tun? Mit einem Klick kannst du es heraus finden!

Der Handyclip-Wettbewerb wird von verschiedenen Organisationen veranstaltet und unterstützt. Die Initiatoren hinter Ohrenblick mal! kannst du hier finden.




Wer hat 2009 Gold, Silber oder Bronze geholt? Schau dir die besten Clips noch einmal an!

Ohrenblick 2009: Nah dran! Autor/in: admin
Preisverleihung 2009
Große Aufregung und banges Warten, strahlende Sieger und spitzen Live-Musik: Das alles konnten Nominierte, Jury und Zuschauer am 20. November 2009 im Münchner Club "Ampère" erleben!

Denn an diesem Freitag fand die Preisverleihung des 5. Ohrenblick mal! Wettbewerbs statt. Aus 128 Filmen hatte die fachkundige Jury die besten Beiträge ausgewählt, die dann auf dem ersten, zweiten und dritten Platz landeten oder lobend erwähnt wurden. Auch ein Sonderpreis wurde im Jubiläumsjahr zum Thema "5" vergeben. Die Gewinnerclips kannst du hier noch einmal anschauen.


Was war los auf der Preisverleihung? Hier kannst du dir ein paar Eindrücke anschauen:

Gespannt wartete das Publikum auf die Verkündung der Preisträger.
Preisverleihung_1

















Die Band Lucky Fish aus München heizte dem Publikum ordentlich ein. Preisverleihung_Lucky Fish


















Wer bekommt den ersten Preis? Diese Damen und Herren der Jury mussten eine schwierige Entscheidung treffen.
Preisverleihung_Jury

















Preisträger aus dem Jahr 2009:
Preisverleihung_Gewinner1

















Und nochmal alle geehrten Teilnehmer auf einem Bild. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
Preisverleihung_Gewinner2



















Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr
wieder mit vielen tollen, spannenden, lustigen, nachdenklichen Handyclips - bei Ohrenblick mal! 2010!
Van Gogh, sein Handyclip und ich
Laudatio zur Preisverleihung Ohrenblick mal! 2009

Ich würde gern mal dem Maler Vincent van Gogh ein Handy in die Hand geben. Dann würd ich ihn bitten, eines seiner Gemälde auszuwählen. Vielleicht nimmt er ein buntes Weizenfeld oder das französische Straßencafé. Vielleicht nimmt er die strahlende Ster-nennacht oder die Bauern auf dem Feld, die er mit wilden Strichen auf die Leinwand gesetzt hat. Und wenn er seine berühmten Sonnenblumen nimmt, dann würde ich ihn bitten, aus dem Bild noch mal einen Handyclip zu machen. Ich würde einfach daneben-stehen und so still wie ein Brot sein, wenn der Mann auf den Aufnahmeknopf drückt. Und ich wär so gespannt zu erfahren, wie er diese alltägliche Dingen neu sehen würde, wie er mich seine Motive in einem Handyclip neu erleben lassen würde. Er, der ziemlich frischen Wind in die Sehgewohnheiten seiner Zeit gebracht hat, und nicht nur eine klei-ne laue Böe.

Ich frag mich schon den ganzen Tag, ob van Gogh seinen Handyclip für mich auch signie-ren würde, wenn ich ihn höflich bitte. „Es bedeutet eine riesige Anstrengung, uns von allen Konventionen zu befreien.“ – Das hat er mal gesagt, und so hat er auch gemalt. Und deswegen wär ich so gern dabeigewesen, wenn er die Handykamera in die Hand nimmt – dieses kleine Gerät, das wir ständig ganz nah dran an uns tragen – weil wir einen Anruf erwarten, weil wir auf eine SMS hoffen, weil wir damit Musik hören, weil wir schnell eine Sprachnotiz speichern, weil wir tolle Erlebnisse als Schnappschuss festhalten – oder: als Handyclip.

Was für eine großartige Herausforderung – „uns von allen Konventionen zu befreien“! Und was für ein großartiges Tool, mit dem wir dieser Herausforderung entgegengehen können: Unsere Handykamera. Es gibt nicht wirklich Handyclip-Vorbilder, die uns zum Nachbilden anstiften: Wir gehen nicht ins Kino, um uns dort die neuesten Handyclips anzusehen. Und nach den Abendnachrichten im Fernsehen zappen wir auch nicht rüber auf den „Handyclip-Kanal“. In einem eigenen Handyclip können wir völlig neu erfinden, wie wir uns ausdrücken wollen. Wir sind sogar gezwungen, uns völlig neu damit zu be-schäftigen, was die Gestaltungsmöglichkeiten eigentlich sind, und was wir wirklich da-mit erzählen wollen.
Ohne Stativ, ohne Scheinwerfer, ohne Tonangel, vielleicht ohne Drehbuch, oft ohne Wie-derholung, meist ohne tollen Ton müssen wir aus unserer Sicht erzählen – und können wir ziemlich frei aus unserer Sicht erzählen: in engster Enge, in kürzester Zeit, mit klein-stem Budget, in ungeahntem Blickwinkel!

Uns von alten Konventionen zu befreien, heißt gerade, jedes Bild neu zu sehen, neu zu erleben, neu zu durchdenken – für ein Publikum, in das wir uns ganz neu hineinverset-zen.
Vincent van Gogh hat nicht mehr ganz erlebt, wie es vor 100 Jahren im Kinofilm auf ein-mal etwas vollkommen erstaunliches Neues gab: die „Entfesselte Kamera“. Das waren zwar immer noch riesige Ungetüme, die sich aber auf einmal auf Schienen oder an Seil-zügen in die Szene hineinbewegen konnten. Wie sollen wir dann heute zur Handykame-ra sagen? – „Beflügelt“ vielleicht!

Ich wünsche uns allen neu erlebte Bilder. Ich wünsche uns mehr kreativen Bildersturm statt zäher Bilderflut. Ich freue mich, dass auch 2009 wieder so viele dabei sind, ganz nah dran, bei ohrenblick mal!, im Auge des Handyclip-Orkans.

(verfasst von Roland Poellinger, 2009)